Hierbei handelt es sich um ein individuell angefertigtes podologisches Hilfsmittel, um Druck und Reibung an einer betroffenen Stelle zu reduzieren. Es gibt eine Vielzahl von Materialarten, die vor allem zur Akuttherapie zeitlich begrenzt eingesetzt werden. Nur Orthosen sind auch für längere Anwendungen konzipiert.
Druck- und Reibungsschutz kann direkt am Fuß angepasst werden und wirkt sofort. Allerdings besteht nur eine zeitlich begrenzte Wirksamkeit aufgrund der Abnutzung und die Haut kann durch den Kleber belastet werden.
Unsere Liste hier ist nicht vollständig, soll Ihnen aber einen Überblick über die Möglichkeiten geben:
Ganz häufig setzen wir Tamponaden zum Reibungsschutz in den Nagelfalzen ein. Hier arbeiten wir am liebsten mit Ligasano, da dies ein weicher Schaumstoff ist, der individuell zugeschnitten werden kann. Außerdem kann er sterilisiert werden, was die Anwendung beim Unguis incarnatus (eingewachsenen Zehnagel) ermöglicht.
Zur interdigitalen Polsterung arbeiten wir sehr gerne mit medizinischer Schafswolle aufgrund ihrer positiven Eigenschaften. Sie kommt zum Druckschutz bei Clavus mollis (weichem Hühnerauge zwischen den Zehen) oder interdigitalen Mazerationen (aufgeweichten Zehenzwischenräumen) zum Einsatz.
Des Weiteren kann mit verschiedenen Schaumstoffen (Foam-o-Felt, Fleecy Web oder Tubischläuchen) nahezu jede Stelle am Fuß entlastet oder vor Reibung geschützt werden. So können Clavi (Hühneraugen) dorsal (auf den Zehen) oder plantar (an der Fußsohle) vom Druck befreit werden, ein Hallux valgus oder ein Digitus quintus varus (Schneiderballen) können abgepolstert werden, Krallenzehen können gestreckt werden und vieles mehr.
Orthosen bestehen aus zwei Komponenten, die miteinander vermischt werden und dann direkt am Fuß individuell modelliert werden. Nahezu alle Arten des Druck- und Reibungsschutzes lassen sich mit Orthosenmasse modellieren, z.B. Ballenschalen für einen Hallux valgus oder Digitus quintus varus, Zehenzwischenkeile zur Druckentlastung oder auch zur Korrektur, Morton Keile bei Morton Neuralgien, Vorfußpolster, Omegas bei Clavi, Fersenposter und viele mehr. Orthosen sind bei passender Pflege deutlich langlebiger als die oben beschriebenen Materialien. Aufgrund des Materials und der aufwändigeren Anpassung, sind sie allerdings auch teuer.
